JGAURORA A5 -Unboxing, Test, Bewertung

Das Release des JGAURORA A5 hab ich gespannt mitverfolgt. Dabei handel es sich um einen klassischen Prusa, aber eben in etwas größer mit ordentlichem Bauraum. Ebenfalls sind ein paar nette Features an Board wie Print-Recovery und ein Filament Sensor. Dazu noch ein Bedienfeld mit Touch-Display und ein hübsches Design. Schließlich hat Gearbest mich gefragt ob ich den Drucker testen möchte und pünktlich zu Weihnachten stand das Testgerät dann da.

Technische Daten

Druck-Geschwindigkeit 30 – 100 mm / s
Bau-Raum (X,Y,Z) 305 x 305 x 320 mm
Druckbett heizbar ja
Extruder-Prinzip Bowden Extruder
Anzahl Extruder 1
Standard Extrusionsbreite 0,4 mm
Schichthöhe (Layer) 0,1mm – 0,3mm
Offline-Druck ja
Display-Typ LCD
Optimales Material PLA ,PETG
Filament-Durchmesser 1,75 mm
Größe Gerät 43,3 cm x 44,8 cm x 42,3 cm

JGAURORA A5 Unboxing

Konzept und Konstruktion

Was sofort ins Auge sticht wenn man den JGAURORA A5 mit anderen 3D Druckern aus dem Preissegment unter 500 Euro vergleicht, ist das Design. Demzufolge soll dieser 3D Drucker auch eine gute Figur machen im Büro oder Wohnzimmer. Schaut man sich die Printer von zum Beispiel Creality 3D oder Tevo an, ist das durchaus gelungen. Erwähnenswert ist auch die Verkleidung. Diese ist aus Blech und gleichzeitig die tragende Struktur für den Rahmen. Im Grund genommen kennen wir so auch schon vom Anycubic I3 Mega. Dieser scheint auch Vorbild für den JGAURORA A5 gewesen zu sein, was spätestens beim Zusammenbau auffällt. Auf den kitschigen Roboter wird allerdings verzichtet sondern man möchte Ästhetik austrahlen. Schließlich gelingt das nicht ganz. Die Materialen sind zwar durchaus okay, allerdings hätte man da ein wenig mehr investieren müssen um ein Apfel zu sein. Auch ist die ein oder andere Kabelführung dazu einfach zu sichtbar. Kurzum funktional sind diese allerdings durchaus in Ordnung.

Gedruckte Bauteile am JGAURORA A5

Die Aufhängungen der X-Achse sind gedruckte Teile wie man es auch von anderen Prusa-Klonen und dem Prusa Original kennt. Ein bisschen RepRap-Spirit bleibt also trotz dem massiven Einsatz von Blech  beim A5 erhalten. Ebenfalls gedruckt sind die Halterungen für die Endstops und die Fixierung der Z-Führung. Auch am Filament-Sensor kommt beim JGAURORA A5 ein gedrucktes Teil zum Einsatz.

Ich persönlich finde den sinnvollen Einsatz von gedruckten Teilen am 3D Drucker sehr gut. Betonung auf „wenn es sinnvoll getan wird“. – Für die potenziell beanspruchten X-Achsen-Aufhängungen liegen die Druck Vorlagen diesem Drucker bei. Das geht so also in Ordnung beim A5. Darüber hinaus werden im Inneren für den Antrieb der Y-Achse (Druckbett) auch gedruckte Teile für die Umlenkung verwendet. Die Teile sind allerdings ebenfalls aus ABS und sollten den Job auch langfristig locker machen. Gefallen hat mir das hier direkt ein Riemenspanner konstruiert wurde.

Y-Riemenspanner für das Druckbett aus ABS

JGAURORA A5 Test und Druckqualität

Zur Druckqualität was zu sagen fällt mir ehrlich gesagt langsam schwer, ohne heuchlerisch zu werden. Die 3D Drucker die hier auf chinadrucker.de getestet werden, sind ausgesuchte Modelle (3D Drucker Übersicht) denen ich zutraue was zu taugen. Dazu kommt, alle diese Modelle gleichen sich in den Komponenten vom Extruder bis zum Hot-End enorm. Jetzt zu sagen der eine 3D Drucker druckt besser als der andere ist also relativ schwer. Daher nehme ich ein paar komplexere Vorlagen und lasse diese abarbeiten. Auch der JGAURORA A5 hat diesen Test gut gemeistert. Die Bauteil-Kühlung ist wie immer nicht optimal für meine Ansprüche, aber so gut wie bei Creality 3D CR-10 und Co ab Werk. Ich würde sogar sagen Sie ist von der Leistung her sogar einen ticken besser, wenn auch nur einseitig gekühlt werden kann.

Auch ein Makerbot ist hier nicht besser bestückt derzeit, da die Gefahr durch falschen Umgang damit das Kundenerlebnis negativ beeinflussen würde und der Support 24/7 beschäftigt wäre. So ist es halt.. (meine Meinung)

Bei meinem Exemplar des JGAURORA A5 ist bei den Druck-Jobs im Test nichts Negatives aufgefallen. Folglich alle Druck-Jobs wurden von dem Gerät wie erwartet absolviert. Die Achsen sind leichgängig und die Konstruktion / Mechanik ist nicht im Druckbild auffällig geworden. Das einzige was mir ins Auge gefallen ist, was eventuell Probleme machen könnte bei diesem Printer, ist dass der PFTE-Schlauch des Bowden zusammen mit allen anderen Kabeln des Hot-Ends geführt wird. Zuerst hatte ich auch deutliche Über-Extrusion die sinusartig aufgetreten ist im Modell. Das war tatsächlich aber nur Kombination aus Fluss-Einstellungen und Modell. Nach Anpassungen in den Einstellungen war auch das erledigt. Fazit: Wenn das Drucker-Exemplar in Ordnung ist, druckt auch dieser 3D Drucker ganz ordentlich.

Das neue Druckbett des A5

Der JGAURORA A5 hat ein vom Hersteller bezeichnetes Black Diamond Platform als Druckbett. Hierdurch war die Haftung weder zu stark noch zu schwach und erinnert dabei sehr stark an den Anycubic I3 Mega mit seiner Ultrabase, nur eben größer. Zur Langlebigkeit kann ich noch Nichts sagen. Im Test hat sich die strukturierte Oberfläche auf dem Glas allerdings gut geschlagen und man konnte ordentliche Ergebnisse erzielen.

Mitgelieferte Slicer-Software „JGCREAT“

Dem 3D Drucker liegt eine angepasste Version von Cura bei die der Hersteller JGCREAT nennt. Anfaenglich und für absolute Einsteiger ist das eine gute Sache. Also die hinterlegten Druck-Einstellungen weichen nicht sehr von dem ab, was ich im Test verwendet habe.

Die mitgelieferte Cura-Version ist 14.07 was recht alt ist. Besser gesagt Einsteiger sollten daher, sobald sie sich zu Recht finden, auf die neue Version umsteigen. Übrigens Cura ist kostenlos und Open-Source. Weiter ist auch nur ein Installer für 64-bit Windows dabei. Allerdings ist das vermutlich nicht mehr ganz so tragisch, aber Leute mit 32-bit Windows können damit natürlich erstmal Nichts anfangen. Für Mac liegt kein Installer bei und Mac-Besitzer müssen sich den Slicer selbst aus dem Internet laden. Vielmehr hätte man ein wenig mehr tun und beipacken können. Immerhin ist das ganze recht gut im beiliegenden Handbuch beschrieben und auch Mac-Besitzer sind nicht völlig aufgeschmissen.

Elektronische Bauteile

Der JGAURORA A5 hat sehr gute Elektronik-Komponenten ab Werk. Das hat mich für diesen Preis sehr überrascht, und ist auf diesem Niveau höchstens bei Tevo noch der Fall. Aber auch gute Komponenten kann man schlecht verbauen, diesen Unterschied möchte ich hier klar darstellen. Die verwendeten Komponenten sind jedoch bereits ausgezeichnet:

  • Makerbase MKS Gen L 1.0 Mainboard (sieht nach Nachbau aus)
  • Makerbase TFT 3.0 Touch Display
  • Polulu 4988 Stepper Treiber
  • 24 Volt / 350 Watt Netzteil

Gemessen am Preis sind das wirklich sehr gute Komponenten, die auch leicht erweiterbar sind. Sprich wenn man Veränderungen an dem Drucker vornehmen möchte muss man nicht gleich großartig austauschen.

 

Lautstärke im Betrieb

Wie Ihr sicherlich vermutet, ist der JGAURORA A5 bei der Lautstärke im Betrieb kein stilles Kind. Zwar ist er nicht lauter als andere 3D Drucker, aber auch nicht wirklich leiser. Des Weiteren sind die Lüfter dabei nicht besonders negativ aufgefallen wie zum Beispiel beim Creality 3D CR-10 oder dem Tevo Tornado. Leider ist der Blech-Körper des Druckers ein guter Resonanz-Körper. Wenn man Ihn als gut wahrnehmbar beschreibt auf Küchenmaschinen-Niveau, dann ist das sicherlich zutreffend.

Bastler haben sehr gute Voraussetzungen um aus dem Gerät ein leises Zauber-Kästchen zu machen. Die Lüfter sind schnell getauscht und dank der guten Elektronik reicht es aus die Steppertreiber zu tauschen gegen TMC 2100 oder TMC 2130.

Bedienung und Features des A5

Die Bedienung des JGAURORA A5 funktioniert dank Touch-Display ganz angenehm. Beispielsweise gewöhnungsbedürftig war, dass die Folie über dem Display etwas nach gibt beim drücken. Das ist man heute dank Smartphone nicht mehr gewohnt. Auch Navigation klappt prima und die Menü-Punkte waren für mich sehr inuitiv.

Leveling-Assistent

Der Leveling Assistent hat gut funktioniert. Auch das kommt Anfängern sehr entgegen und auch routinierte Hasen werden damit Arbeiten wollen. Man kann zielgerichtet die 4 Ecken und die Mitte anfahren. Das manuelle Leveln geht so recht flott.

Filament-Sensor

Der Filament-Sensor ist ein mechanischer Kontaktschalter der am Extruder angebracht ist. Mit dem kleinen Sample im Druck hat das zuverlässig funktioniert und ich konnte den Druck nach dem Filament Change fortsetzen. Am Druck war das allerdings zu erkennen wann und wo ich das gemacht habe. Trotzdem ein nettes Feature.

Print-Recovery

Wie bereits das Filament-RunOut musste ich natürlich auch das Print-Recovery testen. Dieses Feature kannte ich bisher nicht von meinen anderen Druckern, also habe ich einfach mal den Strom ausgemacht nachdem ich einen Druck begonnen hatte. Dazu hab ich einfach den Stecker gezogen. Nach dem wieder Einstecken konnte man unter „Set“ den Punkt „Continue“ auswählen und anschließend seine Druckdatei. Das Fortsetzten hat geklappt, allerdings war das Druck-Ergebnis für mich nicht mehr sonderlich toll. Bei funktionalen Druckteilen würde das für mich in Frage kommen. Für Deko oder Sachen wo mir die Optik wichtig ist, eher nicht.

JGAURORA A5 Preis / Leistung

Bezüglich Preis / Leistung hat mich der JGAURORA A5 positiv überrascht. Das liegt vor allem an der sehr guten Elektronik, die ich so nicht von Geräten unter 500 Euro kenne.

Die Qualität der verwendeten Materialen für Rahmen und Gehäuse halte ich für durchaus in Ordnung. Da gibt es weit Schlimmeres. Ein Ultimaker ist das Gerät in dieser Hinsicht natürlich nicht. Der kostet allerdings auch Vielfaches. Der JGAURORA ist im Preis angemessen.

Aufbau und Montage

Vom Auspacken bis zum ersten Druck vergeht keine halbe Stunde. Auch absolute Laien bekommen den JGAURORA A5 Zusammenbau hin. Dieser 3D Drucker ist maximal vormontiert. Weiter ist das wenige benötigte Werkzeug wie gewohnt in ausreichender Qualität enthalten. Wie Ihr sicher vermutet müssen nur die 2 großen Baugruppen zusammengesteckt werden. Dafür hat man im besten Fall 4 Hände. Ich hab das Testgerät gleich mal verkratzt. Naja, – schwarzer Filzstift drüber dann sieht das keiner mehr. Danach werden diese mit 4 Schrauben am Boden fixiert. Danach wird der Filament Halter mit 3 Schrauben am Printer fixiert und 3 Kabel müssen eingesteckt werden. –Das war es auch schon und Ihr seid bereit für den ersten 3D Druck. Das könnt Ihr im folgenden Video nochmal sehen.

Aufbau

  • Fertig bei Lieferung 90%

Bewertung des Aufbaus

Beim JGAURORA A5 wird nur wenig montiert. Den 3D Drucker selber aufzubauen ist für viele ein tolles Erlebnis. Ich selber zähle mich zu dieser Gruppe. Ob der 3D Drucker zusammengebaut ist oder nicht, fließt daher nicht in eine Bewertung mit ein. Diese Info soll lediglich wiedergeben wie viel bereits beim Eintreffen des Druckers zusammengebaut ist.

Fazit und Gesamtbewertung

Der JGAURORA A5 hat definitiv Eigenschaften die mich positiv überrascht haben und nur wenige kleine Enttäuschungen. Die Kabelführung für die Z-Achse finde ich persönlich nicht sonderlich hübsch gelöst und stört das ansonsten ordentliche Aussehen. Desungeachtet funktional ist sie jedoch und hat keine Probleme gemacht. Die weißen Plastikverkleidungen waren beim Testgerät ebenfalls etwas locker und beim Aufbau dachte ich mir oje das wird wird eine Klapperkiste sein. War zwar dann nicht der Fall aber ich hab die Elemente trotzdem besser mit Etwas Heißkleber fixiert. Die Frontblender der X-Achse mit dem Schriftzug störte mich ein wenig beim Druck weil Sie die Sicht einschränkt. Das kann man allerdings verkaften und es geht.

Außerdem toll fand ich die offene Elektronik und das Bedienkonzept. Zwar merkt man dass die Software für das Gerät generisch ist und nicht explizit für dieses Modell, das stört aber nicht wirklich. Ebenso die Navigation per Touch hat prima geklappt und ich hab im Test, im Gegensatz zu sonst, kein Raspberry mit Octoprint angeschlossen. Auch die netten Features wie das  geführte Filament-Change haben prima funktioniert.

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Punkte-Score

  • Preis Leistung
  • Druckqualität
  • Konzept und Konstruktion
  • Elektronische Bauteile
  • Lautstärke im Betrieb

Gesamtpunkte