Anet A8 Desktop 3D-Drucker

Der Anet A8 ist ein günstiger 3D-Drucker Bausatz zum selber zusammenbauen. Ich persönlich habe mir diesen Bausatz bei Gearbest bestellt für knapp 150€. Mittlerweile ist der beliebte Anet für knapp über 100€ zu bekommen. Es gibt inzwischen Angebote auf Ebay mit kürzeren Versandzeiten. Der Drucker basiert auf dem Opensource-Projekt Prusa I3 von Joseph Prusa. Die Firmware die verwendet wird (Marlin), ist Open-Source. Der Zusammenbau des Druckers ist relativ einfach. Auch für Unerfahrene, die mit der Materie damit erst in Kontakt kommen wollen,  ist dieser 3D-Drucker bestens geeignet. Dieses Modell hat bereits einige Nachfolger-Modelle zur Seite gestellt bekommen vom Hersteller. Diese könnt Ihr hier in der Übersicht finden.

Mit dem Drucker lassen sich schon recht beeindruckende Ergebnisse erzielen die auf dem Niveau von vielen teureren Fabrikaten liegen. Natürlich ist aber ein entsprechender Bastel-Geist mit Motivation dafür vorausgesetzt.

Technische Daten

Druck-Geschwindigkeit 30 – 100 mm / s
Bau-Raum (X,Y,Z) 220 x 220 x 240 mm
Druckbett heizbar ja
Extruder-Prinzip direkt
Anzahl Extruder 1
Standard Extrusionsbreite 0,4 mm
Schichthöhe (Layer) 0,1mm – 0,4mm
Offline-Druck ja
Display-Typ LCD
Optimales Material PLA ,PETG
Filament-Durchmesser 1,75 mm

Preis / Leistung

Der Anet A8 ist einer der günstigsten bekannten 3D-Drucker Bausätze aus China. Mit knapp über 100 Euro ist man hier sicherlich bereits an der unteren Grenze des preislich machbaren angekommen. Da ist es keine Frage dass dieser Drucker so vielen gefällt. Wenn man die Bauteile einzeln kaufen würde, dann wäre man wahrscheinlich neben der zusätzlichen Arbeit preislich nicht besser dran. Spannend sind die Entwicklungen in 2017 in der großen Community. Es gibt bereits fortgeschrittene 3D-Druck Fans, welche sich den Bausatz wirklich nur wegen den Teilen kaufen und bauen damit dann einen deutlich hochwertigeren Eigenbau mit der Bezeichnung „AM8“. Davon sei aber bei keinerlei Vorkenntnisse im 3D-Druck und keiner technischen Affinität abgeraten.

Dieser 3D Printer hat ein Heizbett

Es ist noch nicht lange her, da war ein Heizbett nicht gerade ein Standard-Element am 3D Drucker. Um die Haftung beim Druck leichter in den Griff zu bekommen, hat dieses günstige Modell ein beheizbares Druckbett (Daher Heizbett, beheiztes Bett oder auch Heated Bed). Das heißt, die Druckoberfläche kann beheizt werden auf die für PLA üblichen ca. 50 Grad oder auch mehr. Welche Temperatur hier die richtige ist hängt vom verwendeten Filament ab.

Kein Auto-Level Sensor

Ab Werk hat der Anet A8 kein Auto-Leveling Sensor für Justierung der Z-Achse. Diese Tatsache ist für ein gutes Druck-Ergebnis aber eher weniger von Belangen und ein solcher Sensor kann leicht nachgerüstet werden. Das nötige Tutorial dazu ist hier im Blog zu finden.

Direct Extruder

Der Anet A8 setzt auf einen Direct Extruder. Das heißt der Motor zur Filament-Föderung sitzt direkt am Druckkopf und wird beim Druck mit-transportiert. Das hat vor und Nachteile. Besonders für Einsteiger ist der Direct Extruder aufgrund der wegfallenden Rückzugs-Einstellungen die bessere Wahl, um gute Druck-Ergebnisse zu erreichen. Über Zubehör kann auch eine Drucker Version gebaut werden, welche mit Bowden Extruder arbeitet. Der Umbau selber ist dabei keine große Wissenschaft. Viele wagen später den Umbau zusammen mit einem anderen Zubehör im Form des E3D V6 Hotend. Dieses Hotend ist sehr leicht und für den Einsatz mit Bowden besonders geeignet. Der Preis für diesen Umbau ist dabei überschaubar und alle benötigten Teile gibt es im Kit.

gut

Druckqualität

Die Druck-Qualität des Anet A8 ist gemessen am Preis beachtlich. Der erste Druck ist dabei wie bei jedem 3D Drucker einer der spannendsten Augenblicke. Bereits mit den Komponenten aus dem Bausatz ohne weitere Modifikationen lassen sich beachtliche Ergebnisse erzielen. Die verwendeten Komponenten sind verbreitete Standard-Komponenten. Diese kann man bei Verschleiß ersetzen.

Gemessen am Preis sind die Druckergebnisse dieses Printers bereits erstaunlich. Besonders der bereitgestellte Bauraum tut hier sein Gutes dazu. Mit steigender Erfahrung und Ansprüchen ist man allerdings gezwungen weitere Verbesserungen an dem Gerät vorzunehmen oder auf ein hochwertigeres Gerät umzusteigen. Dennoch ist es sicherlich kein Fehler diesen Bausatz als technisch affiner Laie zu kaufen. Die Möglichkeiten sind bereits ordentlich und der Spaß an den Verbesserungen des Geräts kann jede Menge Freude bereiten. Allemal besser als Netflix surfen.

Schlüssenanhänger, gedruckt mit dem ANET A8 – Vorlagen-Datei

 

gut

Konzept und Konstruktion

Der Anet A8 setzt auf das Open-Source-Projekt von Joseph Prusa auf. Das grundsätzliche Konzept wurde dabei fast vollständig übernommen. Bei der Rahmen-Konstruktion kommen Teile aus Acryl zum Einsatz. Hohe Druckgeschwindigkeiten sind damit zwar möglich, schlagen sich aber durch die geringe Steifigkeit des Rahmens im Druckbild nieder.

Auch bei der Software kann vollständig auf Open-Source gesetzt werden. Die A8-Firmware Marlin ist die gängigste 3D Printer Firmware und kommt ebenfalls auf top 3D Druckern zum Einsatz. Da ist sich der Anwender-Kreis einer Meinung.

Die Achsen des 3D Druckers werden wie üblich mit Riemen angetrieben. Dabei sind die mitgelieferten Exemplare nicht von allerbester Qualität. Die Riemen werden daher meistens zuerst fällig und müssen nach wenigen Monaten getauscht werden. Neue Riemen kostet aber nicht mehr als 10 Euro und können bequem bei Amazon bestellt werden. Der A8 ist danach schnell wieder bereit und es kann weiter gedruckt werden.

 

Rahmen aus Acryl

Das größte Manko am A8 ist sicherlich die Rahmen-Konstruktion. Diese ist komplett aus Acryl-Teilen gefertigt. Für einfache Ausdrucke und Einsteiger-Ansprüche reicht das volkommen aus. Soll der Printer nur ein Showcase für die Illustration von Technik und Möglichkeiten sein ist man damit gut bedient. Wenn das Gerät aber für den durchschnittlichen Heimanwender Gebrauch eines Makers eingesetzt werden soll, stößt man schnell die Grenzen der Möglichkeiten. Die eigenen Bewegungen zeichnen sich bei durchschnittlichen Druckgeschwindigkeiten bereits im Druckbild ab.

ausreichend

Elektronische Bauteile

Die Elektronik des ANET A8 auf Komponenten-Ebene ist als ausreichend zu bezeichnen. Wer in den 3D-Druck einsteigen möchte ist hier gut bedient. Wer allerdings den Drucker später erweitern möchte, kann dann einige Standard-Komponenten nicht mehr weiterverwenden. Zum Beispiel das Mainboard des Bausatzes. Da dies auf auf die meisten günstigen 3D-Drucker zutrifft kann dieser Umstand mehr oder weniger vernachlässigt werden.

Teilweise wird über schlechte Qualität des mitgelieferten Netzteils berichtet. Dies äußert sich im Normalfall mit einem Ausfall und anschließendem Defekt des Netzteils. Ob und wie viel man sich auf diese Berichte, vor allem in sozialen Medien, verlassen darf bleibt fraglich. Die Verkabelung muss selbst vorgenommen werden bei diesem Modell und die Quote der falsch oder unordentlich angeschlossenen Netzteile ist vermutlich hoch.

Anet A8

Anet A8 Mainboard

Das Mainboard des Anet A8 ist eine individuelle Variante des RAMPS. Leider mit deutlich weniger Anschluss-Möglichkeiten und keiner Möglichkeit, individuelle Steppertreiber zu verwenden. Gute Ergebnisse out of the Box werden dennoch damit erreicht und ein Bootloader zur Firmware-Aktualisierung ist aufgespielt. Wer Möglichkeiten sucht für die Modifikation kann die Basis-Elektronk relativ einfach durch ein RAMPS 1.4 Shield austauschen

ausreichend

Lautstärke im Betrieb

Wie bereits die Elektronik kann die Lautstärke des Anet A8 im Betrieb kann als durchschnittlich angegeben werden. Direkt neben dem 3D Drucker konzentriert Arbeiten ist aber nicht zu empfehlen. Hier kann leicht Abhilfe geschaffen werden, indem man die verwendeten Lüfter gegen hochwertigere Exemplare für Computer austauscht. Auch hier kann bequem per Amazon bestellt werden und man muss nicht nochmals eine längere Lieferzeit aus China in Kauf nehmen. Ebenso kann die Elektronik einfach modifiziert werden und gegen bessere Komponenten ausgetauscht werden. Damit ist dann eine deutlich komfortablere Geräusch-Kulisse zu erreichen. Weitere Möglichkeiten findet Ihr in Tutorials hier im Blog.

okay

Aufbau und Montage

Auch der Anet A8 muss fast vollständig selbst zusammengebaut werden. Einige Teile (kleine Baugruppen) sind bereits bei Lieferung zusammengesetzt. Ebenso sind die Kabelbäume bereits relativ gut vorbereitet. Der Hersteller liefert auf der SD-Karte eine Aufbau-Anleitung mit. Besser gelingt der Aufbau aber interaktiv mit dem ebenfalls verfügbaren Youtube Video und der Anleitung in Ergänzung. Selbst mit nur wenig technischer Erfahrung ist so der Aufbau gut machbar und im Video werden alle notwendigen Arbeitsschritte richtig vorgemacht. Diese Kombination als Hilfestellung ist ebenfalls ein Kauf-Kriterium das sehr vielen Anet A8 Besitzern sehr gefällt.

Potenzielle Verbesserungen für den Anet A8

Bei diesem Printer sind Verbesserungen und Mods fast schon richtig notwendig. Zumindest wenn man längerfristig an dem Gerät Freude haben möchte und auch die Ansprüche wachsen. Natürlich ist auch der A8 keine Ausnahme unter den DIY 3D Druckern, eher sogar ein Musterbeispiel. Auf Thingiverse findet man zahlreiche Vorlagen für Verbesserungen die man mit seinem neuen 3D Drucker direkt ausdrucken und anschließend montieren kann. Die beliebtesten Mods sind dabei sogenannte „Belt Tensioner“ zum spannen der Riemen an den Achsen, sowie Düsen für die Bauteil-Kühlungen. Beide sehe ich ebenfalls als empfehlenswert an.

Sehr beliebt ist auch der Umbau auf ein Bowden Hotend um das Gewicht auf der X-Achse zu reduzieren. Der Umbau ist relativ günstig in Form eines neuen Hotends (z.B. E3D V6) realisierbar. Sämtliche weiteren benötigten Teile lassen sich mit dem Drucker selbst ausdrucken.

Bewertung des Aufbaus

Den 3D-Drucker selber aufzubauen ist für viele ein tolles Erlebnis. Ich selber zähle mich zu dieser Gruppe. Ob der 3D-Drucker zusammengebaut ist oder nicht, fließt daher nicht in eine Bewertung mit ein. Diese Info soll lediglich wiedergeben wie viel bereits beim Eintreffen des Druckers zusammengebaut ist.

Aufbau

  • Fertig bei Lieferung 10%

Anet A8 – Fazit und Gesamtbewertung

Wie Ihr bereits sicher vermutet, ist der Anet A8 ist ein guter Bausatz für den Einstieg in den 3D-Druck und das für einen guten Preis. Der Anet A8 richtet sich dabei ganz klar an den Heimanwender. Industrie und Gewerbe sind besser beraten mir einem hochwertigerem Gerät. Dieser 3D Printer ist pures DIY! Vor allem der Zusammenbau ist ein spannendes Projekt für die Freizeit und gleichzeitig ein Lernprojekt für ein zukunftsträchtiges Thema. Mit diesem Kit von Anet erreicht man bereits mit den enthaltenen Komponenten sehr gute Druckergebnisse. Die Langlebigkeit des Geräts im Auslieferungszustand ist eher als kurz zu bezeichnen und man muss damit rechnen, öfters Wartungsaufgaben und Erneuerungen anzugehen. Umso mehr ist es deshalb erfreulich dass die Bauteile selbst recht günstig sind. Wer gerne bastelt und Spaß dabei hat, sollte deshalb nicht vom eventuellen Kauf absehen.

Wer bereits schon Erfahrungen gesammelt hat und ernsthaft in den 3D-Druck einsteigen möchte, sollte sich ein Gerät mit mehr Nachhaltigkeit suchen. Um aus dem Anet A8 eine „Arbeitsmaschine“ zu machen, muss man einiges an Zeit und ungefähr nochmals den Kaufpreis in Bauteile und Verbesserungen investieren. Das muss jedoch beim Einstieg in den 3D-Druck kein Nachteil sein, entsprechendes Interesse vorausgesetzt. In Internet und natürlich auch hier auf dem Blog gibt es zahlreiche Artikel zu einfachen Verbesserungen am Drucker und für einen guten Einstieg.

Punkte-Score

  • Preis Leistung
  • Druckqualität
  • Konzept und Konstruktion
  • Elektronische Bauteile
  • Lautstärke im Betrieb

Gesamtpunkte