Pünktlich nach den chinesischen Feiertagen kam der Tronxy X5S bei mir an. Ein Core-XY Drucker nach dem Makerbot-Prinzip, jedoch mit dem Bauraum eines Creality CR-10 (etwas größer). Der Drucker kam in einem 60x40x20cm Standard Karton recht ordentlich verpackt bei mir an. Der erste Eindruck war: Oi, da muss ich aber Einiges basteln. Dies hat sich später bestätigt 😉 In Summe ist der Tronxy X5S wegen seinem Konzept und seinem Preis ein Klasse Deal für Bastler. Dazu später mehr.

Dieses Exemplar vom Tronxy X5S wurde mir von Gearbest zum Test zugesendet, das zur Info für Euch. Der Drucker ging sämtliche Wege wie jeder andere Drucker auch, aber es sei gesagt.

Technische Daten laut Gearbest:

Main Features

● The max. print size is 330 x 330 x 400mm
● Industrial-grade and high-precision
● Fine workmanship design with towline
● High-power current source supply 360W
● Z axis has double wires
● Assembly easily and fast

Specification

General

Brand: Tronxy
Type: DIY
Model: X5S
Frame material: Aluminum
Nozzle diameter: 0.4mm
Nozzle temperature: 170-275 Degree
Layer thickness: 0.1-0.4mm
Memory card offline print: SD card
LCD Screen: Yes
Print speed: 20 – 150 mm/s
Platform temperature: Room temperature to 110 degree
Supporting material: ABS,HIPS,PC,PLA,PVC,Wood
Material diameter: 1.75mm
Language: English
File format: G-code,STL
XY-axis positioning accuracy: 0.012mm
Z-axis positioning accuracy: 0.004mm
Voltage: 110V/220V
Host computer software: Cura,Repetier-Host
Packing Type: Assembled packing
System support: XP, WIN7, MAC

Dimensions and Weight

Product weight: 13.0000 kg
Package weight: 13.0400 kg
Product size: 65.80 x 63.10 x 63.90 cm / 25.91 x 24.84 x 25.16 inches
Package size: 58.00 x 38.00 x 19.00 cm / 22.83 x 14.96 x 7.48 inches

Das Tronxy X5S Unboxing

Tronxy X5S Testbericht

Tronxy X5S Testbericht

Wie auf den Bildern zu sehen ist, weicht die Verpackung nicht großartig ab von den bereits anderen vorgestellten Drucker-Kits. Warum auch das Rad neu erfinden für neue Drucker. Letztlich war Alles recht ordentlich sortiert an seinem Platz im Karton. An den Aluminium-Profilen waren noch vereinzelt ein paar Späne aus der Produktion. Das ist allerdings nicht verwunderlich, wenn man weiß wie es in einer solchen Produktion aussieht im Tagesgeschäft und man weiß, dass die Drucker dort direkt verpackt werden. Den ein oder anderen könnte es stören. Ich persönlich hab da Nichts dagegen solange die Teile in Ordnung sind. Und das waren Sie, bei meinem Exemplar hier ohne Ausnahme.

Tronxy X5S Testbericht

Das waren wirklich eine Menge Teile, im Vergleich zum Creality CR-10. Bastler werden sich hier freuen. Wie man auf dem Bild sieht sind auch einige Teile aus Acryl, dazu aber später mehr.

Tronxy X5S Testbericht

Mit dabei war natürlich eine Micro-SD mit sämtlichen Dateien und Software, die man für den Anfang braucht. Besonders erfreulich es waren auch gleich diverse Teile des Druckers als STL-Datei mit dabei. Den Inhalt der SD-Karte findet Ihr in den Downloads.

Tronxy X5S Testbericht

Der Tronxy X5S verwendet ein Standard-Reprap-Display mit einer Auflösung von 128 x 64 Pixeln, wie wir es bereits aus anderen Kits kennen. Was mir dabei gefallen hat war der dicke griffige Knubbel mit dem sich Einstellungen wirklich angenehm machen lassen. Wer vielleicht später das Board wechseln möchte, kann dieses Display auf jeden Fall bedenkenlos und ohne Bastelarbeiten mit einem RAMPS-Shield weiterverwenden.

Tronxy X5S Testbericht

Schrauben waren wirklich jede Menge dabei und die meisten davon wird man brauchen. Für die mechanische Konstruktion und den Rahmen kommen M4-Schrauben zum Einsatz. Die Elektronik und weniger beanspruchte Teile werden mir M3-Schrauben fixiert. Das ist in jedem Fall angemessen für die Konstruktion.

Der Aufbau des Tronxy X5S

Ich hab leider nicht genau geschaut wie lange ich mit dem Aufbau beschäftigt war. Es werden aber zwischen 4 und 6 Stunden gewesen sein in Summe. Allerdings ohne Eile und ab und zu hab ich auch mal aus dem Richtfest-Bierchen getrunken bei einem kleineren Päuschen. Mit der Anleitung, welche Ihr auch in den Downloads findet, war ich nicht sonderlich zufrieden. Sie beschreibt den Aufbau definitiv ausreichend, allerdings hatte ich da bereits deutlich bessere Anleitungen vor den Augen. Man kommt damit klar, muss manchmal aber schon Etwas 1-2-mal angucken.

Hier noch ein Foto als ich neulich abends endlich mal Zeit hatte den Drucker auszupacken und mit dem Aufbau zu beginnen. Als der Rahmen erstmal stand, war ich Etwas baff wie groß der Drucker ist. Nun ja darin soll später ein Druckbett mit 330 x 330 mm Platz finden… Der Bender-Druck der darin steht, ist bereits über 30cm hoch.

Tronxy X5S Testbericht

Meine Bewertung der Konstruktion

Tronxy X5S Testbericht

Wie bereits früher in diesem Test erwähnt, setzt der Tronxy bei manchen Bauteilen auf Acryl. Das ist erstmal nicht ganz so sexy da ich von diesem Material nichts halte. Allerdings handelt es sich dabei um Teile die relativ klein und steif sind. Da kann eigentlich Nichts damit schief gehen. Und ich hatte bei den ersten Drucken bis jetzt auch keine Bedenken deswegen. Gewünscht hätte ich mir hier jedoch hochwertige Teile aus Aluminium. Naja, da der Tronxy unter 300 Euro gehandelt wird kann man hier ein Auge zudrücken. Ebenfalls liegen auch STL-Dateien bei, um die Teile später Nochmal selber Modifizieren und Drucken zu können. Geht also in Ordnung.

Pulley-Führungen

Tronxy X5S Testbericht

Auch am beweglichen Schlitten des Druckers kommen Acrylteile zum Einsatz. Das war die einzige Stelle, wo mich der Einsatz von Acryl wirklich enttäuscht hat. Der Schlitten läuft mit den Pulleys zwar in jede Richtung wunderbar leicht und es gibt keine große Last. Das hätte allerdings trotzdem nicht sein müssen hier Acryl zu verwenden. Das haben sich auch schon andere gedacht und haben deswegen auf Thingiverse bereits erste Verbesserungen dafür veröffentlicht. Ist also ohne weiteres handelbar, für jemand der aber nicht großartig Spaß hat an 3D-Drucker zu basteln ist das aber wirklich erwähnenswert. Irgendwann könnte man hier Hand anlegen müssen und sei es nur weil es beim Druck einen mechanischen Fehler gab und sich der Schlitten verkantet hat.

Was mir wirklich außerordentlich gut gefällt und gut gelöst ist von Tronxy, ist die Konstruktion für das Druckbett. Das Druckbett ist über 4 Führungen, gute Lager und 2 Gewindestangen fixiert. Nach dem Aufbau hab ich mehrfach daran gerüttelt und da wackelt oder wabbelt Nichts. Bewegt das Druckbett mit 2 Stepper-Motoren, die mehr als genug Haltekraft für das Druckbett parat haben. Das ist wirklich sehr gut gelöst und wird keine Probleme machen. Hier hat Tronxy definitiv aus den Schwächen gelernt, die bereits aus anderen Drucker-Kits bekannt waren.

Konstruktion des Hot-Beds

Tronxy X5S Testbericht

Der Druckkopf erinnerte mich ein wenig an den des Creality CR-10, des Ender 2 oder 4. Das verwendete MK10-Hotend ist das gleiche. Wer gewillt ist hier Etwas zu verändern, kann also mit großer Wahrscheinlichkeit zu bestehenden Mods greifen wie dem Fang-Kühler den ich zuletzt an meinem Ender 2 verbaut habe. Wer hauptsächlich mit PLA druckt wird daran erstmal Nichts auszusetzen haben wie das Hot-End ab Werk gestaltet ist.

Tronxy X5S Testbericht

Tronxy X5S Testbericht

Was mir sehr gut gefallen hat war die fertige Verkabelung des Hot-Ends. Dies ist mit einer Steckverbindung gelöst und nimmt einem viel fummelige Arbeit ab. Auch ansonsten sind die elektronischen Komponenten durchaus in Ordnung. Einzig die Verkabelung darf gerne nochmal Etwas verbessert werden. Die Verbindungen zum Board des Druckers würden sich über verlötete Adern-Enden oder gekrimpte Endhülsen freuen. Ist keine große Sache das in Ordnung zu bringen beim Aufbau, hätte aber auch schon ab Werk einfach erledigt werden können. Erfreulich war allerdings das Netzteil das wirklich von guter Qualität ist und eine ordentliche Verkabelung hat. Ebenfalls kommt es mit Kaltgeräte-Kabel, Schalter und Sicherung was wirklich angemessen ist für einen 3D-Drucker. Hier ist erstmal alles in Ordnung was gut ist.

Erste Drucke mit dem Tronxy X5S und Fazit

Der Tronxy X5S ist definitiv ein interessantes Kit für den 3D-Drucker Selbstbau. Das Konzept, nach welchem der Tronxy arbeitet, hat sich bereits in den ersten Makerbots bewiesen und auch bei mir im Test. Die Geschwindigkeiten können von Haus aus Etwas höher angesetzt werden wie zum Beispiel einem herkömmlichen Prusa-Drucker wie dem Creality CR-10. Außerdem lädt die Rahmenkonstruktion dazu ein, mit wenig Aufwand ein geschlossenes Gehäuse zu bauen und Zubehör wie ein Raspberry oder eine Webcam anzubringen. Es gibt also viel was für dieses Drucker-Kit spricht neben dem Preis. Auch die ersten Druck-Ergebnisse waren durchaus sehr gut, was letztlich der leichtläufigen Pulley-Führung der XY-Achse zu verdanken ist. Hier haben die Motoren nicht viel Arbeit und es wird eine gleichmäßige Bewegung realisiert. Negativ aufgefallen sind mir die Acrylteile an der XY-Achse, welches für mich die nicht beste Material-Wahl darstellt. Hier wird man unter Umständen nochmal Hand anlegen was ich nach unter 48h Druckzeit aber noch nicht beschwören möchte. In Summe sind die aktuellen Preise für diesen Drucker im Vergleich mit anderen Kits durchaus fair und dem ein oder anderen sei dieses Kit empfohlen.

Für wen ist der Tronxy X5S der richtige 3D-Drucker?

Dieses KIT eignet sich vor allem für Bastler die Spaß daran haben, an ihrem 3D-Drucker zu arbeiten und Ihn zu verbessern. Dafür ist er wirklich optimal und man kann sich einen sehr guten Drucker bauen. Von Haus aus, lassen sich schon gute Ergebnisse erzielen. Aber der Tronxy X5S ist definitiv ein Bastlerkit. Jemand der viel Spaß an einem ANET A8 hat oder hatte und nun einen größeren Drucker möchte, ist hier wirklich sehr gut beraten.

Neulinge und Leute die einen 3D-Drucker einfach nur aufbauen möchten, welcher dann seine Arbeit verrichten soll, die sollten lieber zu einem Drucker wie z.B. von Creality greifen wie dem Creality3D CR-10. Wer weniger ausgeben möchte oder nicht einen riesigen 3D-Drucker möchte, ist definitiv mit einem Creality3D Ender 2 gut beraten.

Wer jetzt gerne zuschlagen möchte, aktuelle Rabatt-Codes findet Ihr wie immer hier auf dem Blog.

Happy Printing!