Viele 3D-Drucker kommen ab Werk mit einem Alu-Bett und einer Rolle Abklebeband. Das reicht auch bereits, um erste Ausdrucke realisieren zu können. Wer allerdings ernsthaft mit seinem Drucker arbeiten möchte, dem sei eine aufliegende Druck-Oberfläche wie einer Glasplatte oder eine Platte aus Carbon angeraten. In diesem Artikel hatte ich damals bereits erläutert warum das Sinn macht. Heute gibt es noch ein paar Tipps wie Ihr die neue Druckoberfläche aus Glas oder Carbon richtig einsetzt.

Vorteil von Drucken auf Glas

Für Ausdrucke mit ein paar Quadratzentimeter aufliegender Fläche gibt es Nichts besseres als eine glatte Oberfläche wie eine Glasplatte. Der Druck poppt nach dem Druck mit knisterndem Geräusch einfach von der Oberfläche. Ohne Verunreinigungen oder Kraft zum entfernen zu benötigen.

Nachteile von Drucken auf Glas

Sehr kleine Objekte mit nur minimaler aufliegender Fläche die Haftung erzeugen kann, neigen dazu sich von der Druckplatte zu lösen. Diesen Nachteil nehme ich sehr gerne in Kauf da dies dann meist mit dem Druck auf einen einzelnen Streifen Bluetape gelöst werden kann.

Die richtige Temperatur finden

Wenn Ihr ein beheiztes Druckbett habt, werdet Ihr dieses auch einsetzen. Für das Drucken auf Glas und Carbon sei das in jedem Fall / Material empfohlen. Durch die zusätzlich aufgebrachte Glasplatte weicht die Temperatur der Oberfläche, wie Ihr sicherlich bereits vermutet, ab von der über den Thermistor ermittelten Temperatur. Ein sogenanntes „Offset“ entsteht. Bei meinen Glasplatten und mittlerweile auch Carbonplatten habe ich dieses Offset mit einem Infrarot-Thermometer zufriedenstellend ermittelt. Zum Beispiel konnte ich bei meiner Glasplatte aus dem Lieferumfang des Creality CR10 eine Abweichung nach unten hatte von 3 Grad bis zu einer Temperatur von 50 Grad. Ab 60 Grad waren es 4 Grad Abweichung nach unten, also 54 Grad Oberflächentemperatur. Ab 70 Grad waren es knapp 6 Grad Unterschied nach unten. Bei Carbon war es ungefähr das gleiche verhalten. Allerdings war die Abweichung etwas konstanter, so dass ich bei 70 Grad nur 4 Grad Abweichung nach unten feststellen konnte.

Generell kan man sagen, es war immer eine Abweichung von einigen Grad nach unten wahrzunehmen.

Die Glasplatte richtig vorbereiten für den Druck

Das Drucken auf Glas oder Carbon unterscheidet sich Etwas vom Drucken auf Bluetape, oder einer Buildtak Dauerdruckoberfläche, wozu es hier einen Artikel gibt. In der Community kann man einen regelrechten Putzfimmel beobachten, um die Haftung der Glas- oder Carbonplatte zu erhöhen. Meistens kommt dann einfach ein falscher Umgang mit den den Platten ans Tageslicht. Wichtig ist in aller erster Linie, die Oberfläche fettfrei zu halten und Schmiermittel fern zu halten. Handelsüblicher Fensterreiniger zum Beispiel, ist nicht geeignet um diese Oberflächen Druckplatten zu reinigen. Zwar besitzen Fensterputzmittel fettlösende Eigenschaften, allerdings sind auch versiegelnde Stoffe enthalten, welche die Haftung des Filaments verringern. Die beste Lösung für mich, um meine Oberflächen zu reinigen, habe ich in den günstigen Brillentüchern gefunden von W5 und Co. Ich kaufe diese immer im Supermarkt an der Kasse. Neben diesen Tüchern setze ich gegen Staub noch Microfaserücher ein. Wenn ein Drucker mal ein paar Tage nicht gelaufen ist aber die Oberfläche fettfrei ist, reicht es kurz mit dem Microfasertuch einmal drüber zu wischen damit der Staub weg ist.

Das richtige Leveling für den Druck auf Glas oder Carbon

Glas oder Carbon haben genug Haftung für die meisten Druck-Projekte, jedoch deutlich weniger als eine Buildtak oder Bluetape. Das mehr an Haftung Letzerer kommt primär aus der Oberflächenbeschaffenheit mit der das Druckmaterial eine Bindung eingehen kann wie ein Zahnrad.

Für das Leveling um auf Glas oder Carbon zu drucken, empfiehlt sich dünnes Thermopapier vom letzten Einkauf z.B. im Supermarkt. Glas oder Carbon levelt man so gut es geht auf 0,05mm also quasi 0mm. Viele machen das auch bei einer Buildtak und wundern sich dann, warum sie nach dem Druck auf diese rauen Oberflächen den Drucker am Druckobjekt hochheben können. Hier ist normales Druckpapier aus dem Drucker bzw. das Leveln auf 0,1mm eher die richtige Wahl.

Versucht also bei Glas möglichst auf 0mm zu leveln, mit einem minimal wahrnehmbaren Abstand.