Die meisten haben schon von berüchtigten 20mm „Calibration Cube“ und den Kanten-Maßen bei Benchy und anderen Benchmarks gehört. Und immer wieder stolpert man in Facebook über Artikel, die hier wahre Wunder versprechen für ANET A8 und Co. Manche Seiten bieten auch Rechner an, welche vermeintlich die universelle Geheimformel für jeden oder genau Euren 3D-Drucker kennen. In meinen anderen Artikeln habe ich bereits immer wieder davor gewarnt, auf Vermutung und ohne eigene Vorstellungen loszuschrauben. Das gleiche gilt für die Einstellungen von Stepper-Schritten in der Firmware.

Das Problem mit dem berühmten 20mm-Würfel

und warum ihr hier leicht verschlimmbessert beim Steps richtig einstellen:

Ein paar gute Worte kann man an diesem Würfel lassen: Er ist schnell gedruckt und bietet genug gerade Fläche um nach größeren Bastel-Arbeiten die Funktion vom Drucker zu überprüfen. Ich nutze Ihn auch.. Die flachen Seiten verraten einem ob die Achsen leichtgängig genug sind und gerade schnelles Drucken, z.B. 100mm/s oder mehr, verdeutlicht schnell die Schwächen des 3D-Druckers und offenbart so Verbesserungspotenziale. Was er allerdings nicht ist, ist ein Heilmittel für skalare Verzerrungen mit zunehmenden oder abnehmenden Proportionen eures Druck-Modells. Der Motor treibt mit seinen Schritten lediglich die Mechanik der Achse an, nicht aber direkt das zu bewegende Element. Hier sind noch andere Faktoren im Spiel, wie die Entfernung der Umlenkung, Diameter der Umlenk-Rollen, Festigkeit des Riemens, Geschwindigkeiten, etc. pp.

Über die Steps könnt ihr dann zwar gut auf ein Druck-Objekt oder eine Objektgröße optimieren, nicht aber allgemeingültig.

Häufigstes Phänomen das man in Communites beobachten kann, ist das zahlreiche Kalibrierungswürfel gedruckt werden und die Steps scheinbar optimiert werden. Und sobald ein proportional größeres Objekt als 20mm gedruckt wird, sagen wir mit 100mm Kantenlänge, passt das Ganze nicht mehr. Das Prinzip scheitert natürlich auch andersrum, was die meisten dann merken.

An meinem ANET A8 ist zwischenzeitlich Einiges getauscht. Auch den Rahmen habe ich gewechselt, das originale Acryl ist halt einfach nicht gerade verwindungssteif. Die Einstellungen für die Steps sind trotz leichten Abweichen im Bereich +- 0,2mm geblieben. Erstens ist das eine ganz normale Toleranz die auch bei zahlreichen Bauteilen in der Industrie als in Ordnung gilt, zum anderen hab ich keine Anforderungen für meine Drucke genauer zu sein. Wenn Ihr zum Beispiel ein Gewinde habt läuft das selbst bei M3 mit 0,2mm Abweichung immer noch. Vielleicht nicht wie Butter aber das läuft. Das ist also schon ziemlich genau.

Wie genau braucht Ihr?

Ich würde Euch also raten denkt darüber nach ob Ihr wirklich genauer braucht als es derzeit ist. Vielleicht habt Ihr auch größere Veränderungen vorgenommen und müsst deshalb die Schritt-Einstellungen verändern weil eure Steps pro mm nun einfach nicht mehr passen. Solltet Ihr nicht arge Abweichungen haben, wie zum Beispiel 5%, würde ich persönlich die Finger davon lassen.